Archiv fürJuni, 2009

Was ist eigentlich ein Bildungsstreik?

Die einfachsten Antworten findet man wohl auf der Seite des Bildungsstreiks direkt.
Hauptziel des Bildungsstreikes sind bessere Bildungschancen für alle. Ein Ziel, das ich auf jeden Fall unterstütze. Aber bei all diesen Aktionen frage ich mich dennoch: Ist ein Bildungsstreik der richtige Weg?

Ein Streik ist eine Arbeitsniederlegung.
Schüler und Studenten verweigern also die Arbeit, um für bessere Bedingungen zu kämpfen.
Wem wollen sie aber damit weh tun?
Ein Streik funktioniert doch nur, weil die Arbeitsniederlegung einen größeren wirtschaftlichen Schaden anrichtet, als das Eingehen auf die Forderungen.
Bei einem Bildungsstreik jedoch tut die Arbeitsverweigerung niemandem weh, außer den Studenten selbst. Im Gegenteil, die Probleme, gegen die wir ankämpfen lösen sich dadurch scheinbar von selbst.
Überfüllte Seminarräume?
Nicht, wenn die Studenten streiken.
Überforderte Dozenten?
Im Streik fordert die Dozenten niemand heraus.
Arbeitslose Absolventen?
Vom streiken hat noch keiner den Abschluss geschafft.
Die Politik kann sich also über ausgedehnte Streiks nur freuen.
Natürlich sieht die Realität anders aus. Es wird ja nicht, wie beim Arbeitskampf monatelang gestreikt. Es ist eben kein Streik. Es ist eine Demonstration.
Die Studenten machen auf Missstände aufmerksam, fordern laut ihr Recht. Erklären, dass ihre Forderungen für alle das beste sind. Es soll bewußt niemand bedroht werden. Die Studenten fordern von niemandem auf eigene Vorteile zu verzichten. Im Gegenteil.
Gute Bildung für alle ist ein Vorteil für jeden, der in dieser Gesellschaft lebt.
Niemand muss zurückstecken. Investitionen in die Bildung liegen bei jedem im eigenen INteresse.
Leider gibt es viel zu viele, die das nicht glauben.
Die Gelder lieber woanders anlegen. Die möglicherweie neidisch sind auf andere, weil sie selbst nicht jede Chance genutzt haben. Die vielleicht Angst vor Konkurrenz haben. Die die Probleme nicht sehen.
Diese Leute gilt es zu überzeugen.
Daß die Investition in die Zukunft der Bildung die beste Rendite bringt.
Daß ihr Neid ungerechtfertigt ist.
Daß die Uni nicht nur Konkurrenten sondern Nachfolger, Kollegen und Auftraggeber hervorbringt.
Daß das Bildungssystem im Moment tatsächlich große Probleme hat.
Die meisten der Aktionen, die im Bildungsstreik geplant und ausgefürt werden können hier wichtige Erfolge liefern. Nur der Name der der Aktion ist falsch.
Wir legen nicht unsere Arbeit nieder.
Im Gegenteil.
Wir stehen auf um arbeiten zu können.

Hat er es wieder mal geschafft

Er ist der Kapitalismus, und geschafft hat er einen kreativen Menschen grundlos in den Boden zu stampfen.

Aber fangen wir von vorne an:

Es war einmal ein Pfarrer, der wollte die Geschichten der Bibelmit seinen Kindern nachspielen, und nutzte dafür gekaufte Spielfiguren, einer Marke, die für ihre Figuren bekannt ist. Damit die Figuren auch in die Szenen passten bastete er ihnen neue Kostüme und schöne Kulissen.

Die Ergebnisse dieses Spiels gelangen ihm so gut, dass er alles fotografierte und im Internet präsentierte. Und er gab seinem Projekt den Namen: *Marke*-Bibel.

(Ich werde den Namen Playmobil hier nicht erwähnen, sonst geht es mir bald ebenso, wie dem Pfarrer)

Die Firma fühlte sich jedoch von der Kreativität des Mannes angegriffen und drohte ihm mit einer Klage. Wofür weiß wahrscheinlich die Firma selbst nicht so genau. Der Pfarrer hatte dennoch Angst um sein schönes Projekt und taufte es daher um in: Klicky-Bibel.

Das war der Firma jedoch nicht genug. Sie bedrohten ihn weiterhin, er dürfe keine Fotos von ihren Figuren ausstellen, und erst recht dürfe er ihnen keine neuen Kostüme anziehen und sicher dürfe er auch nicht mit den Figuren spielen.

Denn dies hatte der Pfarrer in seiner Naivität übersehen: Spielfiguren sind nicht zum Spielen gemacht. Der Name mag ein wenig verwirrend klingen, aber er ist notwendig für die wahre Bedeutung der Figuren. Als „Geldmachfiguren“ wären sie wohl nur halb so erfolgreich.

Nach langem hin und her hat der Pfarrer wohl doch aufgegeben, und seine Klicky-Bibelaus dem Netz entfernt.
Auch wenn ich selbst mit den religiösen Inhalten seiner Seite nichts anfangen kann, rufe ich hier laut zur Solidarität auf. Wie kann es angehen, dass in einem Land, das sich selbst frei schimpft Personen von Konzernen in die Knie gezwungen werden, ohne etwas Unrechtes getan zu haben?
Wie kann es angehen, dass Kreativität nur hinter geschlossenen Türen ausgelebt werden darf? Muss etwa in Zukunft jeder Künstler erst beim Hersteller seiner Materialien um Erlaubnis bitten, seine Werke auch ausstellen zu dürfen?
Soweit dürfen wir es nicht kommen lassen. Daher erlaube ich mir, einige Bilder, die ich über „Im Namen Gottes“ noch erwischen konnte, erneut zu veröffentlichen.
t_ml6_213playmobibel_jesusDEU Playmobil BibelEs tut mir leid, dass ich nicht früher erkannt habe, wie stark dieser Konzern tatsächlich ist, dann hätte ich mehr Bilder retten können. Aber zumindest sind sie nicht zerstört, sondern nur auf des Pfarrers eigenem Rechner eingesperrt.