Die einfachsten Antworten findet man wohl auf der Seite des Bildungsstreiks direkt.
Hauptziel des Bildungsstreikes sind bessere Bildungschancen für alle. Ein Ziel, das ich auf jeden Fall unterstütze. Aber bei all diesen Aktionen frage ich mich dennoch: Ist ein Bildungsstreik der richtige Weg?
Ein Streik ist eine Arbeitsniederlegung.
Schüler und Studenten verweigern also die Arbeit, um für bessere Bedingungen zu kämpfen.
Wem wollen sie aber damit weh tun?
Ein Streik funktioniert doch nur, weil die Arbeitsniederlegung einen größeren wirtschaftlichen Schaden anrichtet, als das Eingehen auf die Forderungen.
Bei einem Bildungsstreik jedoch tut die Arbeitsverweigerung niemandem weh, außer den Studenten selbst. Im Gegenteil, die Probleme, gegen die wir ankämpfen lösen sich dadurch scheinbar von selbst.
Überfüllte Seminarräume?
Nicht, wenn die Studenten streiken.
Überforderte Dozenten?
Im Streik fordert die Dozenten niemand heraus.
Arbeitslose Absolventen?
Vom streiken hat noch keiner den Abschluss geschafft.
Die Politik kann sich also über ausgedehnte Streiks nur freuen.
Natürlich sieht die Realität anders aus. Es wird ja nicht, wie beim Arbeitskampf monatelang gestreikt. Es ist eben kein Streik. Es ist eine Demonstration.
Die Studenten machen auf Missstände aufmerksam, fordern laut ihr Recht. Erklären, dass ihre Forderungen für alle das beste sind. Es soll bewußt niemand bedroht werden. Die Studenten fordern von niemandem auf eigene Vorteile zu verzichten. Im Gegenteil.
Gute Bildung für alle ist ein Vorteil für jeden, der in dieser Gesellschaft lebt.
Niemand muss zurückstecken. Investitionen in die Bildung liegen bei jedem im eigenen INteresse.
Leider gibt es viel zu viele, die das nicht glauben.
Die Gelder lieber woanders anlegen. Die möglicherweie neidisch sind auf andere, weil sie selbst nicht jede Chance genutzt haben. Die vielleicht Angst vor Konkurrenz haben. Die die Probleme nicht sehen.
Diese Leute gilt es zu überzeugen.
Daß die Investition in die Zukunft der Bildung die beste Rendite bringt.
Daß ihr Neid ungerechtfertigt ist.
Daß die Uni nicht nur Konkurrenten sondern Nachfolger, Kollegen und Auftraggeber hervorbringt.
Daß das Bildungssystem im Moment tatsächlich große Probleme hat.
Die meisten der Aktionen, die im Bildungsstreik geplant und ausgefürt werden können hier wichtige Erfolge liefern. Nur der Name der der Aktion ist falsch.
Wir legen nicht unsere Arbeit nieder.
Im Gegenteil.
Wir stehen auf um arbeiten zu können.
Knut Sagte:
on Juli 24, 2009 at 4:15
Leseempfehlung: Kritik am Bildungsstreik
Knut Sagte:
on Juli 26, 2009 at 11:10
Noch eine Leseempfehlung: ein Artikel über den Bildungsstreik im Kontext vorangegangener studentischer Bewegungen seit den Achtzigern.